Waehlerstimme – was soll das sein ?

wahlurne

Neulich im Radio folgender lapidarer Kommentar:
„Nur wer gewählt hat, darf nachher auch meckern !“

Da ist mir doch mit einem Mal klar geworden, wie Recht der Mann eigentlich hat.
Und wie durch dieses Statement mit einem Schlag eine weitere, wenn auch verborgene, Bedeutung unsrer vielbeschworenen Demokratie
vor Augen geführt wird.
Beim effektiven Einfluss einer Wählerstimme von etwa 0,000001 % am Endergebnis der Sitzverteilung:
Warum wird uns von allen Seiten mit so viel Nachdruck beigebracht, durch dieses eine Kreuz alle 4 Jahre würden wir den weiteren Lauf unseres Schicksal bestimmen ?
Man gewinnt den Eindruck, man hätte:
A) Die Macht über seine Zukunft
B) Eine wirkliche Wahl zwischen Alternativen
C) Die Wahlprogramme würden umgesetzt.
Die Erfahrung zeigt, daß A, B und C nicht zutreffen. Und jeder weiss das.
Und viele haben diesen Verdacht schon geäussert. Aber dieser Moderator hat einen Punkt D) hinzugefügt, der wohl viele trotz Alledem zum Wahllokal treibt:

D) Wer wählen war, darf nachher meckern !

Denn: Das von allen als notwendig und gut erachtete wird nicht getan. Wir wissen das … und wir wollen es auch so !
Warum ?
Weil wir einen Schuldigen haben, der in unserem Namen die notwendigen Dinge nicht tut !
Weil diese notwendigen Dinge Opfer von uns verlangen würden, die wir garnicht erbringen wollen.
Weil Arbeitsplätze und Umweltschutz gerne mal konträre Ziele sind.
Weil unsere Wirtschaft und somit wir alle von Waffenexporten und Kriegsbeteiligungen in rohstoffreichen „Krisengebieten“ profitieren.
Weil die Bekämpfung von Altersarmut echte – auch finanzielle – Solidarität erfordert.

So kommt es doch eigentlich sehr gelegen, für diese vorgeblichen Ziele Politprofis ins Feld zu schicken, die diese Wundertüte natürlich nicht erbringen können … und dafür gegen Bezahlung die Schuld auf sich nehmen. Leider (oder Gott sei Dank) ist nunmal der Teil des Parlamentes, der immer weiss, was zu tun ist, per Definition und Mangels Machtbefugnis niemals im Stande, diese Dinge durchzusetzen: Die Opposition.
Wer die gewählt hat, ist natürlich am Feinsten raus: Ein Freifahrtschein für 4 Jahre Meckern !

Aber halt: Wir tun ja etwas – Wir machen genau 2 Kreuze – alle 4 Jahre – mit Briefwahl.
Dabei kommt doch „Mündigkeit“ von „Mund“ !
Oder hat schonmal jemand eine „Stimme“ hören können, die alle 4 Jahre stumm in einem dunklen Kasten verschwindet.
Wie kann man sich der Verantwortung schöner entledigen als frei, gleich und geheim im dunklen Kämmerlein vor dem Sonntagsspaziergang ?

Eine von Millionen Stimmen zur Wahl, euer treuer Wechselwähler heartonsleeve

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