Anorexia Nervosa – Wie Mütter die Magersucht … ihrer Tochter erleben

muede_kraftlos_herzleer

Neulich auf Amazon sah ich folgenden Titel:

„Ich bin müde, kraftlos und herzleer: Wie Mütter die Magersucht und Bulimie ihrer Töchter erleben und bewältigen“.

Hier muss ich doch einmal den leisen Verdacht äussern, daß das Problem zumindest in einem wichtige Aspekt viel zu einseitig dargestellt wird.
Es entsteht der Eindruck, daß die Rolle des Vaters und dessen Beziehung zum Kind sekundär ist.
Bitte den Untertitel nochmal in Ruhe lesen !
Sich in die Rolle eines Vaters versetzen, dem jahrelang weisgemacht wurde,
er dürfe seine Tochter nicht mehr ohne vorherige Ankündigung sehen.
Und dann nochmal auf sich wirken lassen: Ja, der Eindruck entsteht.

Meiner tiefen Überzeugung nach ist gerade bei dieser Krankheit diese Sicht der Dinge nicht nur nicht förderlich, sondern absolut schädlich für den Krankheitsverlauf…vor allem aber auch für deren Entstehung.

Es gibt nun wahrlich genügend Hinweise in der, medizinisch etwas fundierteren Literatur, daß gerade die zu enge Beziehung (Symbiose, Enmeshment) zwischen Mutter und Tochter, sowie die suggerierte Abwertung des Vaters häufig
zu erheblichen Problemen bei der Individualisierung und Loslösung der Tochter von der Mutter führen.

Um Einwänden vorzubeugen:
Es geht nicht um Schuldzuweisungen !
Diese sind absolutes „Öl ins Feuer“ dieser Krankheit.
Es geht mir um die lange fällige Einsicht, daß die positiv erlebte Beziehung zum Vater für die Tochter in diesem Stadium absolut notwendig ist.

Dies müsste doch auch den Müttern eine Richtung und Verhaltensalternative an die Hand geben, mit deren Hilfe sie ihren Töchtern eine noch grössere Stütze sein könnten – neben all den anderen Dingen, die sie ja eh schon für sie tun.

Vielleicht wäre es die Sache Wert, diesen Gedanken mal auf sich wirken zu lassen. Ernsthaft zu erwägen und sich selbst zu prüfen. Bevor die allzeit bereitliegenden Gegenargumente „abgeschossen“ werden, um wiederum die Rolle der Mütter zu verteidigen.

Schliesslich geht es weder um die Mutter, noch um den Vater.
Es geht um ein Kind, das – wie jeder von uns – Mutter und Vater hat,
braucht und liebt.

Friedliche und sehr besorgte Grüsse an die unzähligen super Mütter!
Wir lieben Euch ! … euer heartonsleeve

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s