Homo-Ehe…was soll das sein ?

Als Jahrgang 1969 gehöre ich nicht mehr zu den Jüngsten.
Ja sicher: ich habe die Hochzeiten der Diskriminierung von Homosexuellen wohl noch gerade so miterlebt.
Das war nicht in Ordnung. Das musste weg. Das war auch weg, zumindest bis zu einem erträglichen Maß.

Bis zu einem Maß, das nicht mehr wesentlich über andere Diskriminierungen hinausging, die in unsrer Gesellschaft stillschweigend hingenommen werden.
Diskriminierungen, an deren Beseitigung kein wirtschaftliches Interesse besteht. Diskriminierungen, die – im Gegenteil – zum wirtschaftlichen Gewinn mancher Berufsgruppen beitragen.
Mag man etwa Beispiele hören ? Wie wäre es mit:
Scheidungsanwalt ? Scheidungsrichter ? Psychologen für Opfer von Scheidungskriegen aller Art ?
Psychologen und Coaches zur Selbstoptimierung, welche die Opfer des Selbstoptimierungs- und Vereinzelungswahns wieder seelisch „zusammenflicken“ müssen.
Oder etwas weniger speziell:
Die schlichte Ignoranz, mit der wir sozial Schwächeren begegnen und sämtliche Solidarität vermissen lassen. Die „Gewinner/Verlierer“-Attitüde, die Arbeitslosigkeit und Altersarmut den Betroffenen allein anlastet.
Unser aller Mitverantwortung für die grassierende soziale Kälte.
Kein Wort dazu in den Nachrichten. Kein O-Ton. Kein plakatives Bild. Keine Hintergrund-Infos in der BILD. Sowas kaufen wir nicht.

Aber nein: Das weitaus dankbarere Thema ist das, medial allzeit gehypte Thema der Schwulen und Lesben und deren unentschuldbare Benachteiligung und unfassbar unmenschliches Schicksal, ohne Steuervorteil für Ihre Partnerschaft auskommen zu müssen.
Zudem wird Ihnen untragbares Leid zu Teil, fremde Kinder nicht adoptieren zu können –
auch wenn Sie diese nicht selbst zeugen können.
Wie kann man nun mit dieser Schieflage umgehen, die uns alle doch sehr betroffen machen muß ?

Antwort:
Eine demokratisch gewählte Kanzlerin beugt sich dem erpresserischen Druck der,
von einer Minderheit in Geiselhaft genommenen, Meinungs- und Mediendiktatur.
Unter völliger Verleugnung Ihres eigenen Standpunkts lässt Sie es zu, daß innerhalb einer Woche, kurz vor der Urlaubszeit, ein Gesetz verabschiedet wird, dessen gesellschaftliche Auswirkungen wir alle zu spüren bekommen, jedoch ebensowenig  abschätzen können.

Fakt ist:
In Zukunft wird es nicht mehr selbstverständliche Normalität sein, daß ein Kind „Mama und Papa“ sagt … und damit auch seine leiblichen Eltern … also aller Wahrscheinlichkeit nach eine Frau und einen Mann … damit meint.

Diese Grundfeste unser aller Identität haben wir preisgegeben. Für eine relativ kleine Minderheit, welche bereits Kinder adoptieren konnte. Welche bereits eine eingetragene Lebensgemeinschaft eingehen konnte.
Innerhalb einer Woche – im Sommerloch…im Tiefschlaf der allgemeinen Trägheit. Besoffen vom Rausch der alles akzeptierenden Gleichgültigkeit. Gelähmt von der Angst, sich  mit dem eigenen, tief in der eigenen Kindheit verwurzelten Gefühl für das Richtige und Natürliche ausserhalb einer gefühlten Mehrheit zu stellen. Einer Mehrheit, die eine illusionäre Schein-Mehrheit ist – durch einseitige und suggestiv-manipulative „Berichterstattung“ von allen Seiten publiziert.

Was wäre wohl bei einer freien, geheimen Volksabstimmung herausgekommen ?
Und nicht bei einer namentlichen Abstimmung unsrer, von Machtinteressen korrumpierten „Volksvertreter“.

Keine Frage: Von Herzen gönne ich unseren homosexuellen Mitbürgerinnen (auch den Mitbürgern) die neuen Möglichkeiten und Freiheiten.

Aber es hat mich niemand gefragt, wie ich mich dabei fühle. Als Hetero. Als Kind leiblicher Eltern. Als leiblicher Vater zweier Kinder. Als sehr toleranter Mensch, der aber nicht alles akzeptieren will … auch wenn sie im Fernsehen sagen, daß das jetzt alle super finden … müssen ?

Regenbogenfarbene Grüsse, euer HeartOnSleeve…Buuuussssiiiiii 😉

2 Kommentare zu „Homo-Ehe…was soll das sein ?

  1. Nicht übertreiben, der Normalfall (mathematisch gesehen) wird Vater und Mutter bleiben. Die paar Prozent Ehen von Menschen mit einer nicht Mann/Frau Verteilung, bleiben die Minderheit. Es ist doch richtig, dass zwei Menschen Heiraten können, egal als was sie sich fühlen. Es ist anmaßend ihnen das zu verwähren nur weil sie anders empfinden als eine alte Moralvorstellung erwartet.
    Kinder werden weiter noch Mutter und Vater haben. Nicht alle werden bei ihren biologischen Eltern aufwachsen, aber das war ja schon länger nicht so. Die schöne alte Zeit, aufwachsen bei Mutter und Vater oder im katholischen Kinderheim war im Einzelfall ja nun auch nicht gerade so toll wie sich so nachträglich gezeigt hat.

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  2. Danke Gripseljagd, für Deine Gedanken !

    Zu ergänzen wäre evtl., daß ein geschiedener leiblicher Vater künftig gegenüber einem
    Homosexuellen, der verheiratet ist und ein Kind adoptiert hat, finanziell benachteiligt ist.
    Stichwort: Unterhaltszahlungen und Steuerklasse 1.
    Es geht ja hier nicht nur um irgendwelche Empfindungen, sondern auch um völlig unromantische, finanzielle Gesichtspunkte – und was die „Solidargemeinschaft“ auch monetär zu fördern bereit ist.
    Da soll sich doch die jüngere Generation mal überlegen, wo hier die Prioritäten liegen sollten.
    Nicht dass noch die Empfindungen junger Männer verletzt werden, die sich mit dem Gedanken tragen, eine ganz klassische Familie zu Gründen.
    Da soll es ja noch ein paar Leute geben, die sehr schwer an den Lasten tragen, wenn die von den Medien von allen Seiten diskreditierte Ehe zerbrochen ist. Siehe die allgegenwärtige Selbstverwirklichungs – Propaganda und Verherrlichung von Patchworkfamilien und Alleinerziehenden in Doku-Soaps und schlechten Vorabend-Serien.
    Da wäre es die vordringliche Aufgabe der Medien, sich mal mit demselben Nachdruck vor die „normale“ Mann/Frau-Ehe zu stellen. Aber sicher: da ginge es dann wieder um ganz andere Summen, die man unsrer supertoleranten Gesellschaft nicht aufbürden will.
    Das könnten sich ja viele in Ihrer Selbstverwirklichung beeinträchtigt fühlen, wenn sie diese Last mittragen müssten. Wo doch Kinder unser aller Zukunft sind.
    Nur kosten soll es bitteschön nichts, da schieb ich dann später gern die Rentenbeiträge dieser Kinder ein, auch wenn ich selbst dafür Null geleistet habe.

    Soviel zu meinen Empfindungen, aber ich bin ja nur ein altmodischer Hetero.

    Sonnige Grüße, Dein heartonsleeve 😉

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